Geschichte

Im September 1867 erfolgte durch Mitglieder des Turnvereins und zahlreicher weiterer Bürger die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Neunkirchen. Von der Gemeinde erhielt sie u.a. 2 große Spritzen, 1 mittlere Spritze, 2 Wasserwagen, 300 Feuereimer und einen Gerätekarren. Diese Geräte wurden in einem Raum des Gasthofes Ritter (heute: Billa-Supermarkt) in der Rohrbacher Straße und im Gebäude der ehemaligen Georgsschule eingestellt.

Am 28. Juli 1868 hatte die neu gegründete Wehr ihren ersten Brandeinsatz in der Fabrik „Eltz Erben“. Aus der Brandchronik: "Brand der Werkstätte in der Fabrik Friedr. Eltz Erben. Oberlöschmeister Herr Johann Danzinger mit drei Spritzen und der gesamten Mannschaft rückten aus. Nach sechsstündiger Arbeit wurde der Brand unterdrückt. Bei diesem Einsatz erhielt die freiwillige Feuerwehr Neunkirchen die Feuertaufe." 

1874 konnte das neue Gerätehaus am Hauptplatz (heute: "Foto Niedermeyer") bezogen werden.

1889 erhielt unsere Wehr eine pferdebespannte Dampfspritze mit einer Saugleistung von 900 l/min. Die Neunkirchner Pferdebesitzer waren verpflichtet, die Pferdebespannung turnusweise zu stellen.

1892 betrug der Mannschaftsstand 165 Mann. Die Wehr hatte in den 25 Jahren ihres Bestehens 139 Einsätze zu verzeichnen.

1897 wurde eine vierrädrige Wagenspritze angekauft.

1907: Das 40. Bestandsjahr stand ganz im Zeichen des Kirchenbrandes vom 1. Juli. Der Brand erstreckte sich von der Herrengasse ausgehend über 9 Objekte einschließlich der Pfarrkirche und wurde von insgesamt 40 Wehren mit 930 Mann bekämpft. Im selben Jahr wurde außerdem eine weitere Dampfspritze in Betrieb gestellt.

1914 belief sich der Mannschaftsstand auf 172 Mitglieder, 9 fielen in den nachfolgenden Weltkriegsjahren.

Vom Gründungsjahr bis zum Jahr 1916 wurde die Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen zu 245 Brandeinsätzen gerufen.

1917 wurde der Fuhrpark um 2 Landfahrspritzen mit 348 l/min bzw. 316 l/min Saugleistung erweitert. Aus Platzgründen mussten die beiden Dampfspritzen in die rückwärtigen Gebäude des Rathauses verlegt werden.

1922 konnte die erste Autospritze, zum Kostenpunkt von 3 Mio. Kronen, und in weiterer Folge ein Fahrzeug der Marke Puch aus Heeresbeständen des Ersten Weltkrieges angekauft werden.

1934 übersiedelte die Wehr in das neu erbaute Gerätehaus Zeil (heute: Sparkassen-Passage).

1937 wurde das offene Löschfahrzeug „Gräf & Stift“, eines der modernsten Geräte dieser Zeit, um 20.000 Schilling erworben.

1939-1945 wurden auch Jungmänner im vormilitärischen Alter und Mädchen zum Dienst in der Feuerwehr herangezogen. 8 Kameraden fielen im Zweiten Weltkrieg. Zu dieser Zeit wurden auch kurzfristig Mitgliedsbeiträge eingehoben und zwar 3 Reichsmark für beitragende und 1,50 Reichsmark für ausführende Mitglieder.
1944 kam es auch zu einer Ausrückung in das bombardierte Wien. Als im selben Sommer Neunkirchen bei einem Bombenangriff schwer getroffen wurde, arbeitete die Neunkirchner Mädchenfeuerwehr vier Tage lang mit ihren männlichen Kollegen in pausenlosem Einsatz.

1945 zog die Feuerwehr auf Befehl des Bürgermeisters Richtung Annaberg ab, da sich die Sowjetarmee der Stadt näherte. Die bei Sprengungen entstandenen Brände wirkten sich verheerend auf das Stadtgebiet aus. Einige verbliebene Feuerwehrmänner nahmen die Brandbekämpfung mit den wenigen zurückgebliebenen Schläuchen auf.

Nach dem Krieg sah sich die FF Neunkirchen gezwungen, wie 1867 wieder von ganz vorne zu beginnen.

In den Nachkriegsjahren wurden aus Heeresbeständen ein LKW „Chevrolet“ und ein LKW „Dodge“ angekauft und in Eigenregie zu Tanklöschfahrzeugen (TLF) umgebaut.

1952 wurde die letzte Dampfspritze außer Dienst gestellt.

1961 konnte das erste fabrikneue Fahrzeug, ein TLF 2000 Steyr 480 und 1964 ein ebenfalls neues Löschfahrzeug (LF) Opel-Blitz angeschafft werden.

1966 half eine Einsatzgruppe unserer Wehr bei den Aufräumarbeiten nach einer Hochwasserkatastrophe in der italienischen Stadt Motta di Livenza (Provinz Treviso).

1946-1966 wurden insgesamt 888 Einsätze erbracht.

1967: Zum 100jährigen Jubiläum wurde ein weiteres TLFA 2000-200 Mercedes Benz 1113 mit eingebauter Seilwinde sowie ein LF Opel-Blitz von der Stadtgemeinde bzw. der Sparkasse übergeben.

1969 übernahm unsere Wehr auf dem Gebiet der stillen Alarmierung die Vorreiterrolle im Bezirk durch Verwendung der Personenrufempfänger „Ericall“ Type R5.

1971 wurde die Wehr Stützpunktfeuerwehr für Öleinsätze und bekam ein Öleinsatzfahrzeug, einen Ford Transit, zugeteilt.

1974 wurde ein schweres Rüstfahrzeug (SRF) mit Kran, das damals erste derartige Fahrzeug im Bezirk, angeschafft.

1980 konnte das TLF 2000 Steyr 480 gegen ein neues TLFA 2000-200 Mercedes Benz 1113 getauscht werden.

1985 übersiedelte die Feuerwehr in das derzeitige Feuerwehrhaus am Schwarza-Uferweg.

1987: Im 120. Bestandsjahr betrug der Mannschaftsstand 60 Mann. Die Einsatzzahl belief sich auf durchschnittlich 350 Einsätze pro Jahr. In diesem Jahr wurde eine Anlegeleiter 21 m durch ein Drehleiterfahrzeug Mercedes-Benz  814 DLK 16-4 ersetzt.

1990 wurden wir durch Stationierung eines Gefährliche Stoffe Fahrzeuges durch den NÖLFV zur Stützpunktfeuerwehr für Schadstoffeinsätze.

1992 konnten 5 moderne Einsatzfahrzeuge – 1 TLFA 4000-200 ÖAF 19.302 mit eingebauter Seilwinde, 1 LF Mercedes Benz 814, 1 SRF mit Kran MAN 17.232, 1 KRF-S Puch 280 GE mit Bergeausrüstung sowie ein KDO-Einsatzleitung Mercedes Benz 207D – in den Fuhrpark übernommen werden. Diese Fahrzeuge stellten Ersatzbeschaffungen für drei ältere Fahrzeuge dar.

1995/1996 hielt die EDV Einzug. Derzeit sind 2 PCs im Einsatz, wobei ein Rechner als Einsatzleitrechner im KDO-Einsatzleitung mitgeführt wird. Auf diesem PC sind mehrere Anwendungen für Schadstoffeinsätze installiert. Zur selben Zeit konnte ein Steyr LKW (Last) angeschafft werden.

In den Jahren1992-1996 betrug die durchschnittliche Einsatzzahl bereits 504 Einsätze pro Jahr.

1997 war neben dem 130jährigen Jubiläum geprägt von der Anschaffung eines zusätzlichen TLFA 2000-500-250 Mercedes Benz 1627.

1998 wurde die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Neunkirchen-Peisching intensiviert und mit der Einsatzgruppe Peisching die Möglichkeit gemeinsamer Ausrückungen geschaffen.

Im Jahr2000 wurde ein Um- und Zubau des Gerätehauses feierlich eröffnet sowie ein TLFA 4000-200 Mercedes Benz Atego 1528 angeschafft.

2001 konnte ein Wechselladefahrzeug Mercedes-Benz Actros 3340 (WLFA) angeschafft werden. Dieses Fahrzeug, ausgestattet mit Kran und Ladefläche, erleichtert den Abtransport beschädigter Fahrzeuge enorm. Zukünftig soll durch die Anschaffung weiterer Container die Einsatzmöglichkeit für Transport- und Katastrophenaufgaben erweitert werden.

2002 halfen Einsatzgruppen unserer Wehr bei den Aufräumarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe Mitte August im Kamptal (Waldviertel).
Im 135. Bestandsjahr zählt die FF Neunkirchen-Stadt 105 Mitglieder, davon 68 Aktive. Durchschnittlich wurden seit 1997 pro Jahr 433 Einsätze erbracht. Der alte KDO-Bus scheidet nach 10 Dienstjahren aus unserem Fuhrpark aus und wird durch einen neuen Mercedes-Benz VITO 112 ersetzt, welcher in Eigenregie zu einem Einsatzfahrzeug umgebaut wurde.